
- Antrag zur Sitzung des Stadtrates am 27.03.2023; Zuschuss zu Mehrwegwindeln
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, die Stadt Weiden möge Eltern mit Kindern bis zu drei Jahren und Wohnsitz in Weiden einen Zuschuss gewähren, wenn diese Mehrwegwindeln verwenden anstelle von Einwegwindeln. Ein gleichlautender Antrag der FDP/FW-Fraktion wurde zwar abgelehnt, aber die Umstände haben sich geändert, die Müllvermeidung wird immer dringlicher, die Mehrwegwindeln immer leichter zu handhaben.
Begründung:
Bis zu 5000 Einwegwindeln werden im Durchschnitt verbraucht, bis ein Kind trocken ist. Das ist ein Müllberg von etwa einer Tonne. Eine Tonne je Kind! In Weiden wurden im Jahr 2022 1672 Kinder geboren (einschließlich der Kinder mit Wohnsitz im Landkreis), was etwa 8,3 Millionen Windeln im Lauf der Wickelzeit der Kinder entspricht. Die Wegwerfwindel ist im Grunde ein Dinosaurier, so praktisch sie auch erscheinen mag.
Aktuell nutzen gerade einmal um die 5 Prozent der Eltern in Deutschland Mehrwegwindeln. Dabei sind moderne Stoffwindeln nicht mehr vergleichbar mit Produkten aus der Zeit unserer Großeltern. Mehrwegwindeln sind langfristig auch günstiger für Eltern, allerdings bedeutet die Anschaffung eines entsprechenden Windelsystems zunächst einmal eine Investition zwischen 250 und 500 Euro, wovor viele junge Eltern zurückschrecken. Darum ist eine Förderung durch die Kommune so wichtig.
Ganz abgesehen davon, dass das doch eine sehr schöne Geste zur Begrüßung unserer jüngsten Weidener Bürger*innen ist.
Viele Städte und Landkreise haben das inzwischen erkannt, unter anderem auch unser Nachbarlandkreis Tirschenreuth. Wie in Tirschenreuth stellen wir uns für die Weidener Neugeborenen einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Windel-Erstausstattung vor, gedeckelt auf maximal 100 Euro.
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sieht in der Förderung von Mehrwegwindeln keinen Tropfen auf den heißen Stein, sondern einen von unzähligen notwendigen Schritten hin zur zwingend notwendigen Vermeidung von Abfall. Kein Tier und keine Pflanze produzieren Müll, das tut nur der Mensch.
Zur näheren Erläuterung bitten wir, Stadträtin Laura Weber das Wort zu erteilen.
Mit freundlichen Grüßen,
Karl Bärnklau, Fraktionsvorsitzender
Nachtrag: Antrag kommt nicht auf die Tagesordnung
Oberbürgermeister Jens Meyer wird den Antrag nicht im Stadtrat behandeln lassen. Er verweist auf die Ablehnung des FW/FDP-Antrags im vergangenen Jahr; er teilt mit, die von uns vorgebrachten Argumente zur Änderung der Sachlage seien „nicht schlüssig genug, um eine erneute Beschlussfassung herbeizuführen, zumal ein Deckungsvorschlag im Sinne von § 25 Abs. 1 Satz 3 GeschO fehlt“.
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